Dresdner Kammerchor - Kirche SZB

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Fotos: J. Leonhardt
Chorgesang in Perfektion
 
Bestechend reine Intonation, Homogenität im Klang und eine subtile Dynamik.
 
Wie sollte es möglich sein, diesen Klang mit Worten treffend zu würdigen. Es ist nicht leicht, wenn gar unmöglich, die Qualität des letzten Konzertes des diesjährigen Musiksommers zu beschreiben. Allzu schnell gleitet man in gewohnte und schon so oft gehörte Superlative ab. Aber den Vortrag des Dresdner Kammerchores am Montag, 18. September, musste man gehört haben, um zu verstehen, dass jede Beschreibung eigentlich an der gerechten Beurteilung weit vorbei geht. Und gerade deshalb muss diese Rezension unvollständig und profan erscheinen, angesichts der Leistung dieses Klangkörpers.
 
„Reformation – Revolution“ - Musik von Heinrich Schütz hatte der  Dresdner Kammerchor das Konzert überschrieben. Heinrich Schütz gilt nicht nur als der Vater der deutschen protestantischen Musik, sondern als der erste deutsche Komponist von europäischem Rang. Über 50 Jahre wirkte er am Dresdner Hof und gab von dort aus der mitteleuropäischen Musikgeschichte maßgebliche Impulse. Seine Studienaufenthalte in Venedig setzten die Basis, auf der er seine einzigartige Wort-Ton-Kunst entwickelte. Schütz‘ Chorwerke zeigen ihn als musikalischen Theologen mit Tiefsinn und Sinnlichkeit: Begonnen bei den „Italienischen Madrigalen“ von 1611, die stilistisch noch stark von seinem Lehrer und Vorbild Giovanni Gabrieli beeinflusst sind, bis hin zu seiner „Geistlichen Chor-Music“ von 1648 schuf und perfektionierte er subtile Spielarten der musikalischen Textausdeutung und überwältigende Raummusiken, die auch Bach und Mendelssohn faszinierten und inspirierten. Der Dresdner Kammerchor und Hans-Christoph Rademann spannten in ihrem Konzert den Bogen über das Lebenswerk des „Sagittarius“ und zeigten die Entfaltung seiner kompositorischen Kunst von den Anfängen bis zur vollendeten Reife.

Mit dem Abschlusskonzert des Musiksommers 2017 setzten die Künstler Maßstäbe. In gewohnt perfektionierter Weise vermocht es Hans-Christoph Rademann und sein Ensemble Werke von Heinrich Schütz würdig und eindrucksvoll zu interpretieren. Besonders beeindruckend erschien die subtile Dynamik im Vortrag und die homogene Geschlossenheit des Chores, der die einzelnen Stücke „als Ganzes“ erscheinen ließ. Unverwechselbar der Klang von großer Intensität und Klarheit. Durch die lebendige Ausstrahlung und Transparenz zeigte das international gefragte Ensemble seine Stärken und berührte zutiefst das musikalische Empfinden der zahlreich erschienenen Zuhörer.
 
Ein würdiger Abschluss des „Jubiläums-Musiksommers“, der sein nunmehr 50 Jahren Musikfreunde in die Schwarzenberger St. Georgenkirche einlädt.
J.L.
 
 
 
20.09.2017
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