opu4 - Kirche SZB

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Fotos: St. Ditter
 
„Barockes Blech in barockem Ambiente - OPUS 4 gastiert in St. Georgen“

Bevor die Barockposaune im 19. Jahrhundert von der modernen Posaune verdrängt wurde, war dieses Instrument ab dem 16. Jahrhundert üblich. Durch ihre schlanke Bauart erzeugte sie einen ebensolchen Klang. Die Töne erscheinen leiser, herber und klarer.
Nicht oft sind sie zu hören. Wer sich am Montag, dem 26. Juni aufgemacht hatte, das zweite Konzert im Rahmen des Musiksommers 2017 zu erleben, konnte sich von dem reinen Klang der historischen Instrumente überzeugen. Und das in einem exzellenten und virtuosen Spiel. Tonangebend dafür waren die vier Musiker des Ensembles „OPUS 4“ aus Leipzig, die Kantor Matthias Schubert an diesem Abend eingeladen hatte.
Das Posaunenquartett mit Posaunisten des Gewandhausorchesters zu Leipzig wurde 1994 gegründet. Heute besteht das Ensemble aus Jörg Richter und Dirk Lehmann vom Gewandhaus zu Leipzig, sowie Stephan Meiner als freischaffender Musiker und Wolfram Kuhnt, Bassposaunist der Staatskapelle Halle.
Erwartete man eben einfach ein Konzert mit Blechbläsern, so war man überrascht, was die Profimusiker ihren Barockposaunen entlocken konnten.
Begann das Programm zunächst festlich mit einem Stück von Claudio Monteverdi so spannten die Musiker den Bogen über die Zeit des Barock bis zu Stücken zeitgenössischer Komponisten. Dabei spielten die Gedanken Luthers eine tragende Rolle.
Neben ihrer Virtuosität zeigten die Künstler auch ihre kreative Seite. In einer Bearbeitung von Jörg Richter, dem Gründer und Arrangeur des Ensembles, erklang die Toccata und Fuge in d – moll von Johann Sebastian Bach, die man sonst nur von der Königin der Instrumente kennt. Sinn für Humor zeigte „OPUS 4“ zudem im Anschluss an die kurze Pause: hinter dem Altar schoben sich langsam die trichterförmigen Öffnungen von 4 Alphörnern hervor, die sogleich die Kirche mit ihrem weichen aber vollen Klang erfüllten.
Im eher „modernen“ Teil erklangen Stücke von Irving Berlin, Philip Greeley Clapp und Georg Gershwin.
Der lang anhaltende Beifall nach dem Konzert entlockte den Musikern noch 3 Zugaben, die erneut mit viel Beifall belohnt wurden.
Mit dem Choral „Es ist genug“ von Johann Sebastian Bach beendete „OPUS 4“ das vielseitige Programm. Eines Beifalls danach hätte es eigentlich nicht bedurft – die Zuhörer waren angerührt und zufrieden. Ein beeindruckendes Konzert!
J.L.

 
19.09.2017
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