Sahrah Kaiser - Kirche SZB

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Ich bin eher konservativ.
Ich mag’s klassisch.
Jazz und Blues gehören nicht in die Kirche. –
Aber ich liebe Paul Gerhard.
Seine Lieder in „neuem Gewand“ …?
Ich geh‘ einfach mal hin, man muss ja mitreden können.
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Montagabend, die Glocken, die noch einmal zum Konzert gerufen haben, verstummen. Kantor Matthias Schubert begrüßt die rund 300 Besucher und Sarah Kaiser mit ihrer Band. Scheinwerfer beleuchten die Gruppe und werfen verschiedenfarbiges Licht an die Pfeiler neben dem Altar. Lautsprecherboxen starren dem Publikum entgegen.
Die Sängerin intoniert Texte des großen Dichters in einer Weise, wie man sie eher selten hört.
 
In einer eigenen Mischung aus Jazz, Soul und Gospel gibt sie den wunderbaren Liedern Gerhards einen neuen, intensiven Sound.
In mir streiten die Gefühle – muss man das ablehnen?
Doch ich spüre wie mich die Künstlerin mit jedem neuen Titel berührt. So bewusst habe ich die Worte des Liederdichters noch nicht wahrgenommen und verinnerlicht.
Ich werde ruhig und ich lächle.
Sarah Kaiser überzeugt mich.
Alles, jedes Wort, welches sie, gesprochen oder gesungen, an die Besucher richtet, nehme ich ihr ab. Sie wirkt glaubwürdig und ich meine, dass sie die Inhalte der Texte lebt und erlebt hat.
Spätestens bei „Gib dich zufrieden“ erreichen mich Worte und Töne und gehen unter die Haut bis ins Herz. Beeindruckend auch das Lied, das sie Francesco, einem mosambikanischen Jungen widmet: Sein Wunsch ist „Präsident“ zu werden. Vielleicht wäre die Welt ja besser, wenn Francescos Traum Wirklichkeit wird.

Sarah Kaiser entstammt einer musikalischen Familie.  Nach einem Jazzgesangsstudium in London (Royal Academy of Music) und Berlin (Musikhochschule Hanns Eisler), einem BA in English Writing (Taylor University, USA) und einem Diplom in Jazzgesang und -pädagogik veröffentlichte sie 2003 ihre Debüt-CD: “GAST AUF ERDEN – Paul Gerhardt neu entdeckt“ mit Liedtexten des bekannten deutschen Kirchenlieddichters. Mit ihrer kraftvollen, ausdrucksstarken und emotionsgeladenen Stimme berührte sie die Menschen. Ihr Sound kommt aus ihrem Herzen und dringt tief in die Herzen der Zuhörer.
Am Abend wird die Band durch Pianist und Arrangeur Samuel Jersak, Martin Rott (Drums), Martin Simon (Bass) und Sebastian Bailey, Kanada (Saxofon/Klarinette) erweitert und überzeugt mit wunderbarem Gespür für ausdrucksstarke und sensible Töne.

Während des frohen, lebensbejahenden Titels „Du meine Seele singe“ animiert Kaiser die Konzertbesucher zum Mitsingen. Der freudige Gesang der Zuhörer trägt die markante und glasklare Stimme der Solistin und verschmilzt zu einem harmonischen Ganzen und bildete so eine freudige musikalische Gemeinde.
Mit diesem Eindruck verlasse ich die Kirche.

Ja, ich mag’s klassisch.
Und ich liebe Paul Gerhard.
Aber ich mag auch den Sound Sarah Kaisers.
Und sie gehört doch in die Kirche.
Denn sie hat meine Seele berührt.
J.L.                                                                                                                                                                                     Fotos: St. Ditter / J. Leonhardt
 
06.03.2017
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