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Verbunden in lebendigem Glauben.
Verbunden im lebendigem Glauben
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Friedensgebet
montags | 18.30 Uhr
im Pfarrsaal St. Georgen
I h r e   S P E N D E   h i l f t !
Hilfe für die Ukraine
Liebe Leserinnen und Leser!

Wenn ich auf einem Spaziergang unterwegs bin, freue ich mich über Bänke, die am Feldrand stehen. Weniger deshalb, weil ich müde bin und mich setzen will, sondern, weil man mit Ruhe über das Feld schauen kann. Vor dem geistigen Auge kann man das Jahr vorüberziehen lassen. Von der Saat über das Aufwachsen bis zur Ernte. Jede Zeit ist schön.
Ernte heißt: Jetzt wird sichtbar, was gewachsen ist. Was ausgesät wurde, hat Frucht getragen. Nicht alles ist so geworden, wie wir es gehofft haben. Manches ist klein geblieben, manches wurde vom Wetter, von Schädlingen oder anderen Umständen beeinträchtigt. Und doch liegt da eine Ernte.
Auch unser Leben kennt solche Erntezeiten. Wir schauen zurück und fragen: Was ist gewachsen? Was ist gelungen? Wo habe ich etwas bewirken können? Welche Begegnungen haben mich reich gemacht? Vielleicht entdecken wir dabei Dinge, die wir längst übersehen hatten.
Natürlich gibt es auch das andere: Enttäuschungen. Verlorene Pläne. Sorgen um Menschen, die uns wichtig sind. Dinge, die wir gerne anders gehabt hätten. Die Ernte unseres Lebens besteht nicht nur aus dem, was vorzeigbar und erfolgreich ist.
Vielleicht ist gerade das ein Grund, warum es gut ist, sich manchmal hinzusetzen.
Wir leben in einer Zeit, in der immer etwas zu tun ist. Noch schnell etwas erledigen, noch etwas schaffen, noch etwas verbessern. Eine Bank am Feldrand lädt uns ein, für einen Augenblick nichts zu leisten. Einfach dazusitzen und wahrzunehmen: Ich bin nicht nur das, was ich geschafft habe.
Im Erntedankfest wird uns das besonders deutlich. Wir danken für das, was gewachsen ist. Zugleich bekennen wir: Wir haben es nicht allein gemacht. Sonne und Regen, Erde und Zeit können wir nicht herstellen. Wir können säen und pflegen - aber das Wachsen bleibt ein Geschenk.
Das gilt auch für unseren Glauben. Manches in unserem Leben haben wir selbst in der Hand. Anderes dürfen wir getrost Gott überlassen. Vielleicht ist Glaube manchmal genau das, sich auf die Bank zu setzen und Gott anzusehen, der schon längst am Werk ist.
So können wir zurückschauen und danken. Wir dürfen uns über das freuen, was geworden ist. Wir dürfen betrauern, was nicht geworden ist. Wir dürfen loslassen, was wir nicht mehr ändern können.
Am Ende unseres Tuns steht nicht unser eigener Erfolg, sondern Gottes Treue.
Vielleicht finden wir in diesem Herbst eine solche Bank; einen Ort zum Sitzen, zum Staunen und zum Danken.
Vielleicht hören wir dort ganz leise Gottes Einladung:
Setz dich. Du musst nicht alles schaffen. Ich lasse wachsen, was du mir anvertraust.

Herzlich grüßt,
Ihr Pfarrer Christian Schubert

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